Warnung: Dreiste Abzocke

von Steffen Blunk (Kommentare: 0)

Die Masche ist altbekannt: Eine Firma schickt eine Auftragsbestätigung und eine Rechnung und spiegelt vor, man selbst habe den Auftrag erteilt. In diesem Fall sogar mit Angabe des genauen Datums und der Uhrzeit, zu dem das geschehen sein soll. Der Trick setzt darauf, dass man die beigefügte Rechnung bezahlt, weil die Leistung ja glaubwürdig erscheint. Interessant in diesem Fall ist jedoch die siebenseitige Darstellung der bisher angeblich geleisteten Arbeit.

Keywords, PageRank, HTML Code - was bitte?

Auf sieben Seiten bietet die Erfurter Firma ein ganzes Menü von angeblich bereits geleisteter Arbeit und weiteren wichtigen Möglichkeiten. Immer wieder wieder wird der PageRank erwähnt und erklärt: Durch eine wachsende Anzahl von Backlinks habe man einen steigenden PageRank - und das sei ausschlaggebend für den Erfolg einer Website.

Dass dies bestenfalls die halbe Wahrheit ist, steht nirgends, denn tatsächlich sagt Google - die wichtigste Suchmaschine - selbst, dass der offiziell bekannt gegebene PageRank von minderer Bedeutung für die Einstufung einer Website sei. Zumal die wahrscheinlich Hunderte von Faktoren, aus denen sich der PageRank tatsächlich ergibt, von Google nie bekannt gegeben wurden. Keinesfalls kommt es beim PageRank also nur auf Backlinks an.

Als "Dankeschön" die "neue Passwortoption" ...

Sodann listen die Erfurter eine Reihe von Keywords auf - ohne zu schreiben, wo diese Keyswords eigentlich stehen. Tatsächlich haben sie diese Keywords aus den MetaTags der Website kopiert und vermitteln in diesem Zusammenhang, man könne diese Keywords ergänzen: "Sie haben sich als kleines Dankeschön die neue Passwortoption erworben. Jetzt können Sie kostenlos und selbstständig Ihren Eintrag einsehen. Hier können Sie nun alles ändern und bis zu 500 Keywords ergänzen." Wo? Na, wahrscheinlich in dem Firmeneintrag auf der Website der Erfurter.

Was nicht gesagt wird: diese Keywords haben keinerlei Einfluss auf den Erfolg der Website in den Google-Ergebnissen. Auf der eigenen Website wird der MetaTag Keywords von Google und Co. ohnehin gar nicht mehr berücksichtigt, da Google längst die wichtigen Suchbegriffe aus dem redaktionellen Text herausfiltert. Und der Firmeneintrag bei der Erfurter Firma bringt für die eigene Homepage gar nichts.

Insgesamt wird der Kunde auf den neun Seiten mit einer Vielzahl von verwirrenden Halbwahrheiten und vage bekannten Begriffen überhäuft - natürlich klingt alles sehr wichtig und schön. Nur wer sich wirklich durch den gesamten Text wühlt, erkennt, dass alle Leistungen nur mögliche Leistungen sind. Zunächst jedoch sind für den aus der Website herauskopierten Firmeneintrag ja erst einmal 300,- Euro zuzüglich Mehrwertsteuer fällig.

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